Description (deu)
„Wenn es leise wird, wird die Krise laut!“ Analyse der psychosozialen Versorgunglandschaft in Niederösterreich mit Fokus auf Online-Beratung als innovatives, niederschwelliges Angebot der Krisenintervention Die folgende Masterarbeit erhebt und analysiert die psychosoziale Versorgungslandschaft in Niederösterreich. Laut der WHO ist ein steigender Bedarf an psychosozialer Versorgung zu verzeichnen. Plötzliche Veränderungen wie schwere Krankheiten, Arbeitsplatzverlust, der Verlust eines Partners/einer Partnerin sowie globale Krisen wie die COVID-19-Pandemie, die Klimakrise oder aktuelle politische Konflikte können zu (akuten) Krisen führen. Vor diesem Hintergrund liegt ein besonderes Forschungsinteresse in der Veränderung des Bedarfs an psychosozialer Versorgung durch diverse Krisen der letzten Jahre. In der theoretischen Abhandlung werden wesentliche Inhalte der Krisenintervention dargestellt. Durch die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft ergeben sich neue Herausforderungen an die Soziale Arbeit, da Beratungsmethoden nachhaltig verändert werden. So soll die Frage thematisiert werden, inwieweit Online-Beratungsangebote bereits zur Unterstützung von Personen in (akuten) Krisensituationen beitragen. Der empirische Teil besteht aus einer Erhebung der psychosozialen Versorgungslandschaft in Niederösterreich sowie aus fünf leitfadengestützte Expert:innen-Interviews. Die Auswertung erfolgte mithilfe der strukturgeleiteten Textanalyse nach Auer-Voigtländer und Schmid (2017). Aus den Ergebnissen generieren wir wichtige Erkenntnisse, um ein Konzept zur Beantwortung des Calls vom BMSGPK Stärkung der Krisenintervention in Österreich zu erarbeiten. Unsere wesentlichen Erkenntnisse sind, dass es in Niederösterreich ein vielfältiges Angebot an psychosozialer Versorgung gibt, allerdings die Unterstützung am Wochenende und in den Nachstunden nur begrenzt möglich ist. Weiters wurde von den Interviewpartner:innen ein Online-Angebot als mögliche Ressource angesehen, die die psychosoziale Versorgungslandschaft ergänzen kann. Im Schlussteil wird ein Ausblick über Entwicklungsmöglichkeiten der psychosozialen Versorgungslandschaft in Niederösterreich gegeben.