Description (deu)
Der demografische Wandel lässt darauf schließen, dass zukünftig eine immer größere Gruppe von Menschen auf die Unterstützung und Betreuung durch Andere angewiesen sein wird. Da es im Rahmen institutionalisierter Pflege kaum möglich erscheint, diesem Bedarf Rechnung zu tragen, wird ein erheblicher Teil der Betreuungsaufgaben weiterhin im privaten Sektor angesiedelt bleiben müssen. Die Methode Familienrat stellt mit ihrem partizipativen Ansatz der Problemlösung eine Möglichkeit dar, pflegende Angehörige und deren Umfeld zu unterstützen und zu entlasten. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurden mögliche Wirksamkeitskriterien der Methode erhoben und analysiert. Dabei wurde die Frage gestellt, was genau Personen, die an einem Familienrat teilnehmen von der Methode benötigen, um diese als wirksam zu empfinden. Auch die Perspektive von Stakeholder*innen, die im Rahmen von Finanzierung und Zuweisung eine Rolle spielen, wurde erörtert. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden im Rahmen teilnehmender Beobachtung eines Falls und der Analyse der Transkripte aus früheren Fällen generiert. Zusätzlich wurden Interviews mit Stakeholder*innen geführt. Es zeigten sich mehrere zentrale Ergebnisse: Für Teilnehmende an einem Familienrat ist eine fachlich gut begleitete Vorbereitung durch Professionist*innen ebenso wichtig, wie das Vorhandensein eines möglichst kooperativen sozialen Netzwerks und das Vertrauen in eigene Problemlösungsstrategien. Fördergeber*innen und Zuweiser*innen benötigen ausreichend Information zum theoretischen Aufbau der Methode und Vertrauen in die Selbstwirksamkeit von in Familien gemeinsam getroffener Entscheidungen.