Title
Deafhood und Deaf Gain - zum ersten Mal geHÖRT?
Subtitle (de)
Wenn sich hörende Selbstverständlichkeiten und Privilegien auf den Hochschulzugang und Verbleib im Studium für Menschen mit Hörbehinderung auswirken
Description (de)
Fachhochschule St. Pölten, Masterarbeit 2022, Studiengang Soziale Arbeit
Description (de)
Nur 12% der Studierenden in Österreich weisen eine Behinderung auf, 0,4% davon haben eine Hörbehinderung und 1% der rund 10 000 gehörlosen Personen in Österreich absolvierten eine Hochschule. Das allgemeine Bildungssystem ist stark oralistisch ausgerichtet, weshalb es für Gehörlose zu kommunikativen Barrieren kommt. Diese gehen mit massiven Bildungsdefiziten einher, weshalb viele Gehörlose und Schwerhörige keine Hochschule besuchen. Die Masterarbeit hat zum Ziel, institutionelle und strukturelle Selektionsmechanismen im Hochschulzugang und Fortgang im Studium aufzudecken und darzulegen. Vor dem Hintergrund der professionsethischen Prinzipien der Sozialen Arbeit, wie Verantwortung und Achtung von Vielfalt sowie der Selektivität des Bildungswesens, untersucht vorliegende Masterthese den Umgang mit Diversität im eigenen Studium der Sozialen Arbeit an der Fachhochschule (FH) St. Pölten. Dabei geht es um Fragen nach der Gestaltung des Hochschulzugangs und Verbleibs im Studium für Menschen mit Hörbehinderung allgemein und im Speziellen an der FH St. Pölten im Studium der Sozialen Arbeit. Es wird darauf geachtet, welche Barrieren und Selektionsmechanismen zu beobachten sowie welche Veränderungen notwendig sind, um mehr Inklusion im Zugang zum und im Studium zu schaffen. Zudem liegt das Forschungsinteresse auf der Rolle von Behinderung bei Gehörlosigkeit, Schwerhörigkeit und Gebärdensprachen. Konkret wird noch danach gefragt, welches Verständnis von Gehörlosigkeit, Gehörlosenkultur und Gebärdensprachen im Studium Sozialer Arbeit an der FH St. Pölten gegeben ist und wie diese Themen vermittelt werden sowie welche Handlungen und Perspektiven sich aus den Ergebnissen für den Zugang zum und für den Fortgang im Studium ableiten lassen. Die Arbeit liegt einem qualitativen Forschungsdesign zugrunde. Es wurden qualitative Interviews, zum Teil auch mit gehörlosen Selbstvertreter*innen durchgeführt. Nach der Auswertungsmethode der Grounded Therory lässt sich eine Haupttheorie darstellen. Das fehlende Wissen über Gehörlosenthemen ist einer der einflussreichsten Barrieren und begleitet den gesamten Hochschulzugang und Verbleib im Studium. Sie ist etwa Grundlage für eine audistische Haltung gegenüber Gehörlosen. Die FH St. Pölten orientiert sich an die hörende Norm, Gehörlosigkeit und Gebärdensprachen werden nicht thematisiert. Daher wird mit vorliegender Masterthese auf ein Lehrfach über Gehörlosenthemen im Studium der Sozialen Arbeit plädiert.
Description (de)
Only 12% of the students in Austria have a disability, 0,4% of them have a hearing disability and 1% of approximately 10 000 Deaf people in Austria graduated from university. The general education system is strongly oralistic, which is why there are communicative barriers for Deaf. These go hand in hand with massive educational deficits, which is why many Deaf do not attend university. The aim of the master's thesis is to uncover and present institutional and structural selection mechanisms in university access and progression. Against the background of the professional-ethical principles of social work, such as responsibility and respect for diversity as well as the selectivity of the educational system, this master's thesis examines how to deal with diversity in own social work studies at the St. Pölten University of Applied Sciences. This involves questions about the design of university access and remaining in the study for people with hearing disabilities in general and in particular at the St. Pölten University of Applied Sciences in the study of social work. Attention will be paid to which barriers and selection mechanisms need to be observed and which changes are necessary to create more inclusion in access to and in studies. In addition, the research focus lies in the role of disability in Deafness, hearing disability and sign languages. Specifically, the thesis asks what understanding of Deafness, Deaf culture and sign languages is given in the social work studies at the St. Pölten University of Applied Sciences and how these topics are taught and which actions and perspectives can be derived from the results for access and progress. The work is based on a qualitative research design. Qualitative interviews were conducted, some with Deaf self-advocates. A main theory can be presented using the grounded theory evaluation method. The lack of knowledge about Deaf topics is one of the most influential barriers and accompanies the entire access to university and remaining in the study. It is, for example, the basis for an auditory attitude towards the Deaf. The St. Pölten University of Applied Sciences is based on the hearing norm, Deafness and sign languages are not discussed. Therefore, this master's thesis pleads for a subject on Deaf topics in the study of social work.
Keywords (de)
Hochschule ; Gehörlosigkeit ; Vielfalt ; Inklusion