Title (deu)

Gewaltverständnis von Jugendlichen und Formen der Intervention: Untersuchung in der außerschulischen Jugendarbeit anhand des "Verein Wiener Jugendzentren"

Author

Petra Loinger

Description (deu)

St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2008

Description (deu)

Jugendgewalt ist ein komplexes Thema, das gerade in den letzten Jahren verstärkt durch die Medien in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt ist. Im Gegensatz zum schulischen Sektor, sind Gewalt in der Freizeit und das Gewaltverständnis bislang weitgehend unerforscht. Hier gilt es eine Wissenslücke zu schließen. Folgende Forschungsfragen stehen im Mittelpunkt dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung: • Welche Gewaltwahrnehmung und welches Gewaltverständnis haben Jugendliche? • Welche adäquaten Interventionsformen lassen sich daraus für pädagogische JugendarbeiterInnen ableiten? Am Anfang des theoretischen Teils werden die zentralen Begriffe „Gewalt“ und „Jugend“ eingehend beleuchtet und anschließend der derzeitige wissenschaftliche Stand der „Gewalt in der außerschulischen Jugendarbeit“ dargelegt. Im Hauptteil wird anhand einer Fragebogenbefragung mit Jugendlichen nach deren Gewaltverständnis quantitativ geforscht und im Anschluss werden die Ergebnisse im Rahmen qualitativer Interviews mit pädagogischen JugendarbeiterInnen diskutiert sowie mögliche Formen der Interventionen erörtert. Anschließende herausstechende Ergebnisse gehen aus dieser Forschungsarbeit hervor: • Sowohl für den Begriff „Gewalt“ als auch für die Bezeichnung „Jugend“ existiert bisher keine klare, allgemein gültige Zuschreibung. • Verbale Gewalt, welche in den Jugendeinrichtungen am häufigsten vorkommt, zählt für die befragten Jugendlichen mehrheitlich zum Gewaltbegriff. Allerdings spielt die Ernsthaftigkeit einer Beschimpfung eine wesentliche Rolle für ihre Beurteilung. • Körperliche Gewalt von Burschen an Mädchen wird von mehr als 80% der Jugendlichen am stärksten als Gewalt bewertet. Für ein Viertel der befragten Burschen zählt die Gewalt unter Mädchen nicht zu Gewalt. • Sachbeschädigung zählt grundsätzlich nicht zum Gewaltbegriff der Jugendlichen. • Als wichtigste Interventionsformen bei Gewalt wird von den Jugendlichen sowie von den pädagogischen JugendarbeiterInnen „Reden“ bzw. „Ermahnen“ genannt. • Die Strategie „Hausverbot erteilen“, als eine Interventionsform bei Gewalt, wird von einem Großteil der Jugendlichen wie auch der JugendarbeiterInnen vor allem in Kombination mit anderen Maßnahmen als sinnvoll erachtet. • Sowohl die Jugendlichen als auch die pädagogischen JugendarbeiterInnen können sich grundsätzlich eine Streitschlichtung seitens anderer Jugendlicher in Form von „Peer- Mediation“ in der außerschulischen Jugendarbeit vorstellen.

Description (eng)

The meaning of violence among teenagers and possibilities of intervention Research on the basis of open youth work at a Viennese organisation Violence among teenagers is a complex topic. Over the last years public attention has grown mostly due to the media. While violence in school is a well-known subject, so far violence during leisure time and the meaning of violence are to a large extend unexplored. The lack of knowledge concerning these topics is a gap that needs to be filled. This scientific paper focuses on the following research topics: • How do teenagers experience violence and what does violence mean to them? • What kind of adequate types of interventions can be deduced from this research for social workers? The theoretical part focuses on the fundamental terms “violence” and “adolescence “. The current situation from a scientific point of view of “violence and off-school youth work” is presented afterwards. First and foremost the main part focuses on quantitative research where teenagers filled in questionnaires about their understanding of violence. The results of the questionnaires were then discussed in qualitative interviews with social workers including their feedback concerning possible types of interventions. These extraordinary results derive of the research study: • So far neither the term „violence“nor „youth“have been properly classified. • The majority of the teenager participating in the questionnaire rank verbal violence as violence. This type of violence is the most frequent in youth facilities. However, the seriousness of the name-calling plays a mayor part in their evaluation. • Over 80% of the teenagers consider physical violence against girls caused by boys as the strongest kind of violence. Violence directed at girls is a taboo among almost 25% of the interviewed boys. • Generally teenagers do not consider damage to property as violence. • Social workers and youth name as the most effective types of interventions „talking“and “admonishing”. • The order to stay away from the youth centre as a strategy against violence particularly in combination with other measures is considered appropriate by a majority of the teenagers and social workers. • Teenagers as well as social worker agree on “peer mediation” – a form of mediation where teenagers mediate between each other in off-school youth work.

Object languages

German

Date

2008

Rights

© All rights reserved

Classification

Wien; Jugendzentrum; Gewalt; Intervention; Jugend; Sozialarbeit

Identifiers