Titel (deu): Komorbidität psychische Erkrankung und Suchtmittelstörung

Autor: Gutmann, B. (Beate)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2009

Beschreibung (deu): Das Thema Komorbidität Suchtmittelstörung und psychische Erkrankung wird in der Literatur zwar ausreichend thematisiert, allerdings wird dem Phänomen, in Anbetracht der hohen Prävalenz, in der Praxis wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das Ziel dieser Arbeit ist deshalb, den theoretischen Hintergrund mit der praktischen Arbeit zu verbinden, um so auf das Thema vermehrt aufmerksam zu machen. Dazu setzt sich der erste Teil der Arbeit mit den Definitionen relevanter Begriffe auseinander. Es stellt sich beispielsweise heraus, dass unter Doppeldiagnose die spezielle Form von Komorbidität, nämlich das gleichzeitige Auftreten von Suchtmittelstörung und psychischer Erkrankung verstanden wird. Weiters findet durch die Darstellung der Situation von DoppeldiagnosepatientInnen in ihrem Hilfesystem eine Annäherung an die zentrale For-schungsfrage dieser Arbeit statt. Da in der Wohnungslosenhilfe eine Überforderung mit den Be-dürfnissen von Betroffenen festzustellen ist, beschäftigt sich der zweite Teil der Arbeit mit der Beantwortung der Frage, wie bedürfnisorientiert sich das Hilfesystem von Doppeldiagnosebe-troffenen gestaltet. Dazu wurden mittels leitfadengestützter Interviews die Erfahrungen der Be-troffenen in Bezug auf ihr professionelles Hilfenetzwerk erfragt. Durch die Auswertung des Da-tenmaterials nach der Grounded-Theory ergibt sich als zentrales Forschungsergebnis, dass sich das Hilfesystem nicht immer an den Bedürfnissen der KlientInnen orientiert, sondern umgekehrt, die KlientInnen gezwungen sind, ihre Bedürfnisse auf die Hilfsangebote abzustimmen. Weiters zeigt sich, dass sich Doppeldiagnosebetroffene mit ihren Problemen auseinandersetzen wollen, um so Verhaltensänderungen zu ermöglichen. KlientInnen wünschen sich außerdem, von ihren professionellen HelferInnen als Person wahrgenommen und verstanden zu werden. Für das pro-fessionelle Hilfesystem ist es daher wichtig, die KlientInnen als ernst zu nehmende ExpertInnen ihrer Lebenswelt wahrzunehmen. Nur so können ihre Bedürfnisse erkannt und die Hilfeleistungen danach ausgerichtet werden.

Beschreibung (eng): Co-morbidity of drug addiction and mental disorder

The experiences of affected persons with their professional care-system

The topic co-morbidity of drug addiction and mental disorder is a frequent issue in literature. But considering the high prevalence the phenomenon has not received enough attention in the prac-tical work. Therefore the aim of this paper is to connect the theoretical background with the prac-tical experiences and call for more attention to this issue. The first part of the paper argues the definitions of relevant concepts. One main finding is that the term dual diagnosis describes the special form of co-morbidity, the concurrent appearance of drug addiction and mental disorder. Furthermore the thesis outlines the situation of double diagnosis patients in their support system. Considering the fact that the institution concerned with homelessness support seems to be over-strained with the needs of persons with dual-diagnosis, the second part of the paper gives an answer to the question how needs-oriented the support system of people with dual-diagnosis is. Affected persons were asked about their experiences with their professional care system. The data set was interpreted with the method of Grounded Theory. One of the central conclusions is that the care system does not always present itself as a needs-oriented care system, because people with dual-diagnosis need to adapt their needs to the services of the care system, other-wise they are excluded. Another conclusion is that affected clients want to deal with their prob-lems so that they can make behavior changes possible. Moreover they want to feel perceived as individuals and understood by their professional helpers. Therefore it is important that the profes-sional care system perceives the clients as experts of their life world. That is the only way to tar-get their needs and to offer need-oriented services.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2009

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Psychische Störung; Sekundärkrankheit; Sucht; Sozialarbeit

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