Titel (deu): Gender Mainstreaming im öffentlich-rechtlichen und privaten Fernsehen

Autor: Kovarik, J. (Julia)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Medienmanagement, Dipl.-Arb., 2005

Beschreibung (deu): Die folgende Arbeit geht der Frage nach, inwieweit der ORF in seiner Berichterstattung dem gesetzlichen
Auftrag des Gender Mainstreaming nachkommt. Gender Mainstreaming ist eine Gleichstellungspolitik, die fordert, bei allen politischen Entscheidungen und Programmen die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und
selbstverständlich zu berücksichtigen. Gender Mainstreaming ist für staatliche Institutionen, also
auch für den ORF, verpflichtend.
Zunächst wird der Stand der Forschung präsentiert. Im Anschluss wird eine empirische Untersuchung
durchgeführt, die die „Zeit im Bild 1“ des ORF mit der Nachrichtensendung „Aktuell“ von ATVplus im Hinblick auf ihre gleichsstellungsrelevanten Leistungen vergleicht. Die private Fernsehanstalt ATVplus ist nicht zu Gender Mainstreaming verpflichtet. Als Methode wurde die quantitative Inhaltsanalyse gewählt. Die Indikatoren, die zur Klärung der Forschungsfrage dienen, sind: Quantität, Qualität und Optik der Geschlechter, sowie Sprache und Themen der Nachrichten. Die Untersuchung ergibt, dass Geschlechter-Gleichstellung in den Nachrichtensendungen beider
Anstalten nicht gegeben ist. Bei beiden Sendern ist eine starke zahlenmäßige Dominanz von Männern
als Moderatoren, Journalisten und Akteuren beobachtbar. Auch die Wahl der Themen deutet auf eine männliche Sicht der Welt hin. Beide Sender greifen in der Präsentation von Status und Rolle der AkteurInnen auf traditionelle Muster zurück. Frauen treten selten als Funktionsträgerinnen
in der Berichterstattung auf. Themen, die dem Prinzip des Gender Mainstreaming oder einer anderen Gleichstellungspolitik entgegen kommen, werden kaum aufgegriffen. Diskriminierung im Hinblick auf das äußere Erscheinungsbild bzw. ungleiche Betonung körperlicher Eigenschaften der Geschlechter ist – mit Ausnahme der Wetterpräsentation bei ATVplus – nicht gegeben. Offen sexistische Sprache ebenso wenig. Allerdings ist eine fast durchgängige „mitmeinende Sprache“ beobachtbar. In Einzelfällen sind unterschwellig sexistische Formulierungen zu finden.
Die Untersuchungsergebnisse zu beiden Sendern weichen zwar in einzelnen Bereichen geringfügig
voneinander ab, im Großen und Ganzen ergibt sich jedoch ein recht einheitliches Bild: Beide Sender sind in der Behandlung der Geschlechter weit von Gleichstellung entfernt. Dem ORF muss zugute gehalten werden, dass sein Umgang mit Sprache und optischer Inszenierung ein wenig
sensibler ist. Dennoch kann, soweit es „Zeit im Bild 1“ betrifft, von keinem aktiven Gleichstellungsbeitrag im Sinne des Gender Mainstreaming gesprochen werden.

Beschreibung (eng): „Gender Mainstreaming in public service and private TV broadcasting corporations. A comparative
study of the news coverage of the Austrian public broadcasting corporation ORF and its private
equivalent ATVplus.“
The following thesis deals with the question to what extent the ORF satisfies the law of Gender
Mainstreaming in its news coverage. Gender Mainstreaming is a concrete strategy aimed at achieving equal opportunities for women and men. It incorporates a gender sensitive perspective in all activities and measures undertaken. This implies that the differing circumstances and needs of women and men are taken into account. Gender Mainstreaming is legally binding for governmental
institutions including the ORF.
First of all the state of research is presented. This is followed by an empirical study featuring the
equalisation-activities of “Zeit im Bild 1” (ORF) and “Aktuell” (ATVplus). The private TV broadcasting corporation ATVplus is not legally obligated to Gender Mainstreaming. Methodically
the quantitative content analysis is used. The indicators are: Quantity, quality and optics of women
and men, as well as speech and topics of the news coverage.
There turns out to be no sexual equality in the news coverage of both TV broadcasting corporations. As presenters, journalists and players more men than women appear in the
coverage. The choice of topics show a male standpoint as well. Both broadcasting corporations
refer to traditional gender schemes regarding status and social role. Women rarely arise in
responsible positions. Topics supporting the idea of Gender Mainstreaming are not taken up in the
coverage. There is no sex discrimination concerning the appearance of women and men except of the weather forecast of ATVplus. There is no clear sexist speech, but often women are subsumed under male terms. There are few cases of subliminal sexist speech. There are some marginal differences between the research results concerning either broadcasting corporations, but actually both corporations are far away from sexual equality in the news
coverage. ORF is a bit more sensitive in dealing with speech and optical performance than ATVplus. However, there is no active contribution of sex equality meaning Gender Mainstreaming in “Zeit im Bild 1”.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2005

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Österreichischer Rundfunk; Öffentlich-rechtliches Fernsehen; Gender Mainstreaming; Nachrichtensendung; Inhaltsanalyse; Österreich

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