Titel (deu): Prozessbegleitung braucht Parteilichkeit?!

Autor: Siegl, A. (Annemarie)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2006

Beschreibung (deu): Psychosoziale Prozessbegleitung ist die Betreuung und Unterstützung von Opfern im Strafverfahren. Sie umfasst die Vorbereitung auf das Strafverfahren und die Begleitung während des gesamten strafrechtlichen Ablaufes. Dies kann ein gerichtliches Strafverfahren aber auch eine diversionelle Maßnahme sein. Prozessbegleitung wird bereits seit Jahren von diversen Opferschutzeinrichtungen angeboten. Die Betroffenen sind meist traumatisierte Frauen, die während des Verfahrens gestärkt, unterstützt und begleitet werden, um eine sekundäre Traumatisierung möglichst zu vermeiden. Seit 1.1.2006 ist durch die Novellierung der Strafprozessordung (StPO) das Recht auf Prozessbegleitung gesetzlich verankert.

Anhand von Expertinneninterviews wird die Vermutung der Verfasserin, dass psychosoziale Prozessbegleitung, „Parteilichkeit“ als Handlungsprinzip der Professionistinnen in dieser Arbeit braucht, verifiziert. Es bestätigte sich die Annahme, dass sich eine parteiliche Grundhaltung sehr positiv auf die Opfer auswirkt. In der psychosozialen Prozessbegleitung bezeichnet „Parteilichkeit“ das uneingeschränkte und solidarische Engagement für die Interessen der Klientin.
Das Forschungsfeld beschränkt sich auf die Steiermark. Es wurden Prozessbegleiterinnen befragt, die in Institutionen arbeiten, welche einen Auftragsvertrag mit dem Bundesministerium für Justiz für das Angebot von Prozessbegleitung haben. Um die Zielgruppe einzuschränken, wurden Mitarbeiterinnen jener Einrichtungen befragt, die Frauen als Opfer in einem Strafverfahren begleiten. Die Interviews wurden mit der Methode der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet und mit Fachliteratur verglichen und analysiert. Es wird untersucht, ob „Parteilichkeit“ in der Prozessbegleitung ein adäquates und zeitgemäßes Handlungsprinzip darstellt. Überprüft wird auch die Eingebundenheit des Angebotes der psychosozialen Prozessbegleitung in die Einrichtung und inwiefern die ideologischen Leitlinien der Einrichtung diese Haltung unterstützen oder dieser entgegenstehen.

Beschreibung (eng): Trialescord needs partiality!?

Psychosocial attendance is the support and care of victims during a trial. It includes preparation for the trial and attendance throughout the whole criminal court proceedings. It can be a court trial, but it may also be adapted to diversional measures. Psychosocial attendance has been offered for years by victim shelter organizations. The victims are mostly traumatized women who are supported and empowered by means of psychosocial support throughout the trial to prevent secondary traumatization. Due to an amendment of the code of criminal procedure a legal claim for psychosocial attendance exists since January 1st 2006.
On the basis of interviews with professionals and selective content analysis I have verified my hypothesis that partiality for the victim is an important action principal for this work. It confirms the assumption that partiality has a positive effect on the victim.
In psychosocial attendance partiality is the absolute and solid engagement for the interests of the victim.
The topic of my thesis is regionally limited to Styria. The interviews were done with professionals who work for organizations that have a contract with the ministry of justice to offer psychosocial attendance. To restrict the target group professionals who escort only women as victims were interviewed. The interview content was analysed and compared with technical literature. It was examined if partiality in psychosocial support is an adequate and modern action principle. Additionally the integration of psychosocial attendance in the organisations was examined and how their ideological mission statements could support or oppose this attitude.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2006

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Frau; Betreuung; Prozess, Strafverfahren; Begleitung ; Opferschutz

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