Titel (deu): Gruppenarbeit in der Bewährungshilfe

Autor: Treibenreif, G. (Gudrun)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2006

Beschreibung (deu): Für die Betreuung straffälliger Menschen in der Bewährungshilfe ist die Methode Gruppenarbeit als essenzielle Ergänzung zur Einzelfallhilfe anzusehen. Kriminologische Forschungen weisen auf gruppenbezogene Ursachen von Delinquenz hin. Die Bedeutung von Gruppen für die (Re-) Sozialisation ist unbestritten.
Bei Neustart Linz wird seit zirka 15 Jahren Gruppenarbeit angeboten.
In dieser Diplomarbeit gebe ich zuerst einen Überblick über die geschichtliche Entwicklung von „Gruppendynamik“, beschreibe dann einen Auszug methodischer Hintergründe für die Gruppenarbeit mit KlientInnen der Bewährungshilfe – Kurt Lewins Balance-Modell, das Rangdynamik-Modell von Raoul Schindler (Gruppenstrukturmodell), das Phasenmodell nach Bruce Tuckman (Gruppenentwicklungsmodell) und Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Cohn – und gehe dann auf die Implementierung der Gruppenarbeit bei Neustart Linz ein.
Im empirischen Teil der Diplomarbeit beschäftige ich mich mit einer praxisrelevanten Frage, die die (mangelnde) Zuweisung von KlientInnen in die Gruppe anbelangt. Ich habe dafür auf Basis von Hypothesen der TeilnehmerInnen der Arbeitsgruppe Gruppenarbeit (AGGA) in Linz Fragebögen erarbeitet, die ich an alle potenziellen ZuweiserInnen (BewährungshelferInnen in Linz) sandte.
Wesentliche Ergebnisse sind, dass 53 % der KollegInnen ihren Wissensstand bezüglich der Methode Gruppenarbeit als gering erachten, obwohl die meisten in ihrer Ausbildung darüber etwas gehört haben und rund die Hälfte Fortbildungen zum Thema gemacht haben. Weiters meinen 47 %, dass Gruppenarbeit in Konkurrenz zur ehrenamtlichen Bewährungshilfe steht. Viele BewährungshelferInnen sind der Meinung, dass für die Gruppenarbeit, vermutlich z. B. ob der geforderten höheren Verbindlichkeit, passende Klientel fehlt. Klar ist jedoch für 94 % der befragten Gruppe, dass Gruppenarbeit Teil der Bewährungshilfe ist und angeboten werden soll.
Veränderungs- und Handlungsbedarf bestünde: offene Gruppen anbieten, Transparenz in den Methoden und in den Planungen und Thematisierung der Konkurrenzsituation zur ehrenamtlichen Betreuung.

Beschreibung (eng): Group work at the probation service

Methodological background and allocation practices in Linz


In working with criminal offenders at the probation service, methodical group work is to be looked upon as a essential supplement to individual case work. Criminological research specifically refers to the group-related causes of delinquency. The importance of the group in (re)socialization is undoubted. Neustart Linz has offered group work since 15 years.
In this diploma thesis I first give a review of the historical development of group dynamics, then I describe the methodical background of practical group work with probationers, e. g. models by Kurt Lewin (Group dynamics, Balance Model), Bruce Tuckman (Group Cycle Model), Raoul Schindler (Rank Dynamics model), Ruth Cohn (subject focussed interaction) and finally I deal with the implementation of group work at Neustart Linz.
In the second part I focus on the subject concerning the allocation of clients to group work in our organisation.
It is usually difficult to start a group because of a lack of clients.
Therefore I generated some hypotheses from the group workers at NEUSTART Linz.
Thus I analysed them in a questionnaire addressed to every probation assistant, who is member of the target group allocating clients.
The most important hypotheses have been: rivalry with other methods and service types, more time and effort and less knowledge about the method “group work”. Essential findings have been that 53 % of the probation assistants think their knowledge of the method group work is insufficient although most of them have learned something about it in their education and half of them even participated in further education. Moreover 47 % think that group work competes with volunteer probation service.
Most of the colleagues assume that there is a lack of adequate clients (higher obligation, reliability) for group work.
However, 94 % of the probation assistants think that group work is part of the methodical repertoire of the probation service and should be part of the service. There is a call for action.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2006

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Klassifikation: Soziale Gruppenarbeit; Bewährungshilfe; Gruppendynamik; Straffälligenhilfe

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