Titel (deu): Selbstbestimmtes Leben

Autor: Grusch, E. (Eva)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2008

Beschreibung (deu): Philosophisch betrachtet heißt Selbstbestimmung vernünftiges und eigenständiges Handeln. Es ist ein Charakteristikum des Menschen, das dem Leben den individuellen Sinn gibt. Durch die Eigenverantwortlichkeit und durch die Grenzen, die von der Natur, der Kultur und der Gesellschaft dem Menschen gesetzt sind, ist eine absolute Selbstbestimmung nicht möglich. Durch die Selbstbestimmung
gelangt der Mensch zu einer Zufriedenheit, die sich auch auf die psychosoziale Gesundheit auswirkt und die nur durch eine ausreichende Entwicklung erreichbar ist.
Selbstbestimmtes Leben, Integration und Inklusion sind die Schlagworte der
professionellen Behindertenhilfe und der Behindertenbewegungen. Integration wird als Akzeptanz und Inklusion als volle und gleichberechtigte Aufnahme in die
Gesellschaft verstanden. Beide beruhen auf dem Normalisierungsprinzip. Zwischen der Integration im Waldviertel und der in der Großstadt besteht ein großer
Unterschied. Das Betreuungsangebot im Waldviertel wird großteils von der Caritas der Diözese St. Pölten abgedeckt und ist somit eingeschränkt. Private Initiativen,
wie „Selbstbestimmt Leben“ oder „People First“, gibt es hier nicht, ausschließlich eine Selbsthilfegruppe, die für und von Menschen mit Behinderungen organisiert ist. Sie ist auch die Zielgruppe der qualitativen Forschung. Die Forschung, die sich aus einer teilnehmenden Beobachtung und aus qualitativen
Interviews zusammensetzte, ergab, dass die Menschen mit Lernschwächen im Waldviertel erst jetzt die ersten Erfahrungen von selbstbestimmtem Leben sammeln
können, da beginnend mit dem Jahrtausendwechsel alternative Wohnmöglichkeiten und Freizeitgestaltungen angeboten werden. Die Menschen mit Behinderungen verlangen einen geschützten Rahmen für ihre Freizeitaktivitäten und Wohnmöglichkeiten. Statt Aufbegehren und Rebellieren ordnen sie sich den Gegebenheiten in der Gesellschaft unter, ihnen fehlt der Mut dazu.

Beschreibung (eng): In philosophy self-determination means reasonable and independent acting. It is significant for human beings and it gives individual sense to their lives. Absolute self-determination is not possible, because the personal responsibility, the nature, the culture and the society limit it. The human beings reaches a satisfaction by selfdetermined living, which affects the psycho-social health and it can only be obtained by a sufficient development.
Self-determined living, integration and inclusion are the terms of the professional disabilities allowance und the movements of the people with special needs. Integration means that the people are accepted in the society and inclusion is significant for people with equal rights. Both are built up on the principle of
normalization. There are big differences between the integration in the northwest of Lower Austria
and the large cities. The offers of care in Lower Austria are often provided by the social organisation “Caritas der Diözese St. Pölten” and therefore they are limited.
There are no private initiatives like “Independent Living” or “People First”, except a self-help group, which is organised by and for people with special needs. It is also
the target group of the qualitative research. The research, which consists of a participant observation and qualitative interviews,
resulted, that only now people with mental handicaps in Lower Austria are able to experience self-determined living, because since the beginning of the millennium
they have alternative possibilities of living and leisure time activities. These people want to have a protected surrounding for their lives. Instead of rebellion they subordinate to the social conditions and the society. They have no faith and no
courage.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2008

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Niederösterreich; Selbsthilfe; Behindertenhilfe; Soziale Integration

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