Titel (deu): Die problematische Funktion des unentgeltlichen Pflegeverhältnisses mit Adoptionsabsicht

Autor: Prankl, C. (Claudia)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2008

Beschreibung (deu): Das „unentgeltliche Pflegeverhältnis mit Adoptionsabsicht“ ist ein rechtlicher Begriff für einen Zeitabschnitt im Adoptionsprozess. Er bezeichnet die Phase, in der ein Kind schon bei seinen zukünftigen Adoptiveltern lebt, die Adoption
jedoch noch nicht rechtskräftig ist. Den zukünftigen Adoptiveltern wird daher vorerst nur ein Teil der Obsorge, nämlich Pflege und Erziehung des Kindes, übertragen. In dieser Zeit haben sowohl die leiblichen Eltern als auch die Adoptiveltern das Recht, ihre Meinung wieder zu ändern und sich gegen eine Adoption zu entscheiden.
In dieser Diplomarbeit wurden jene Fälle in Niederösterreich untersucht, in
denen das unentgeltliche Pflegeverhältnis mit Adoptionsabsicht beendet wurde, ohne dass es zur Adoption kam. In den meisten Fällen nahm die leibliche Mutter das Kind wenige Tage nach der Geburt wieder zu sich. Die Ergebnisse der Forschung zeigen, dass die unentgeltliche Pflegezeit mit Adoptionsabsicht eine wichtige Bedeutung für die Adoptivfamilie hat, weil die Adoptiveltern und die Adoptivkinder beginnen, eine Beziehung zueinander aufzubauen. Allerdings erleben die Adoptiveltern diese Zeit häufig als eine unsichere Zeit, in der sie Ängste vor einer Rückführung des Kindes in die
Herkunftsfamilie entwickeln.
Die SozialarbeiterInnen der Jugendwohlfahrt begleiten die Adoptivkinder, die leiblichen Eltern und die Adoptiveltern im gesamten Adoptionsprozess, insbesondere während der unentgeltlichen Pflege. Die SozialarbeiterInnen können Unterstützung anbieten, indem sie zum Beispiel Reflexion in Gesprächen ermöglichen. Ein Ziel dieser Arbeit war daher die Entwicklung von Handlungsempfehlungen, die für die verantwortungsvolle Arbeit der
SozialarbeiterInnen nützlich sein können.

Beschreibung (eng): The problematic function of foster care
before legally finalized adoption
Survey of a difficult period
during the adoption process in Lower Austria There is a period of time within the adoption process in Austria in which a child already lives with his/her prospective adoptive parents without being legally adopted. It is a particular period of time in which adoptive parents foster a child
without receiving public financial support. The adoptive parents only obtain one part of guardianship; i.e. care and custody of the child. Over this period of time both birth parents and adoptive parents have the right to change their minds and decide against adoption.
This thesis is a survey of cases in Lower Austria which came to an end after the child was placed in an adoptive home and before the adoption could be legally finalized. In the majority of cases the child was taken back by the birth mother a
few days after birth. The results of this research show that this period of time has an important bearing on the family because it is the beginning of a building relationship between the child and the adoptive parents. However, the time before the adoption is legally finalized is often experienced as a time full of uncertainty and fear by the adoptive parents. They may be afraid of a return of the child to his/her birth parents.
During the adoption process children, birth parents and adoptive parents are
attended by social workers of the Youth Welfare services. The social workers support them by offering reflection through dialogues. Therefore the thesis also aims at giving advice that could be useful for the responsible work of social workers.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2008

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Niederösterreich; Adoption

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