Title (deu): Das "Soziale" und "die Wirtschaft" - zwei unversöhnliche Pole oder Kooperation mit Zukunft?

Author: Bockhorni, M. (Michael)

Description (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2009

Description (deu): Unsere Gesellschaft ist im Wandel begriffen. Der Neoliberalismus setzte dem sozialen Gesellschaftsmodell ein Ende. Dieser Wandel stellt den bisherigen Rahmen der Sozialarbeit in Frage. Aufgrund der Verknüpfung der Sozialarbeit mit dem Staat - als Auftraggeber und Geldgeber - entsteht bzw. verschärft sich mit dem Rückzug des Staates auch eine Identitätsund Finanzierungskrise der Sozialarbeit. Neben den zentrifugalen und egozentrischen Tendenzen gibt es auch Hinweise auf den Bedarf an Bindung und Zusammenhalt. Wie soziale Kohäsion hergestellt wird, ist von grundlegender Bedeutung für die zukünftige Gesellschaft. Der Umgang mit Diversität, mit Ambivalenzen und Widersprüchen, das Aushandeln gemeinsamer Realitäten und Werte in einer individualisierten und globalisierten Gesellschaft sind Anforderungen der Zukunft. Damit steigt der Bedarf an Kompetenz zur Gestaltung menschlicher Beziehungen und sozialer Netze. Diese Kompetenz wird der Sozialarbeit von Führungskräften der Wirtschaft aus eigener Erfahrung in Austauschprogrammen attestiert. Die Sozialarbeit selbst ist sich zwar dieser Kompetenzen (auf Nachfrage) bewusst, ihre Qualitäten, ihren Nutzens und ihre Wirkung kann sie aber nur unzureichend darstellen. Wenn das Soziale an gesellschaftlicher Bedeutung gewinnt, sich die Rolle des Staates wandelt, dann muss sich die Sozialarbeit überlegen, wer hinkünftig den Auftrag erteilt, soziale Kohäsion und Sozialkapital zu schaffen. Es könnte bedeuten, dass sie einem Markt gegenübersteht, auf dem sie sich darstellen und positionieren muss. Die Schärfung des Kompetenzprofils und die Verbesserung der Wahrnehmbarkeit bzw. Darstellung der Expertise ist und wird (eine) zentrale Herausforderung der Berufsgruppe darstellen. Möglicherweise wird auch eine Veränderung der Begrifflichkeit notwendig, wie sie vom Begriff „Fürsorge“ auf „Sozialarbeit“ schon einmal stattgefunden hat.

Description (eng): Our society is in the process of changing. Neo-liberalism put an end to the socially orientated societal model. This change questions the current framework of social work. Due to the connection between social work and the state (as client and financial backer) an identity and financial crisis emerges or gravates regarding the withdrawal of the state. Apart from the centrifugal and egocentric tendencies there exist indications for the need of commitment and solidarity. The way how social cohesion is established is of basic importance for the future society. The way how diversity, ambivalences and contradictions are dealt with and how common realities and values are negotiated in an individualized and globalized society are requirements for the future. Thus, the need for competence to create human relations and social networking grows. This competence is attributed to the social work of managerial staff (executive officers) in the economic business from personal experiences made in exchange programmes. Social work itself may be aware of these competences, however, it can show its qualities, its benefits and its effects only in an unsatisfactory way. If the social aspect (issue) gains importance in society and if the role of the state changes, social work will have to consider who will place the order considering the creation of social cohesion and social capital in the future. This would mean that it will face a market on which it will have to present itself and to take a stand. The aggravation of the competence profile and the imporvement of the perception or presentation of the expert’s report are and will be important challanges for the occupational group. A change of the definition of the term will possibly also become necessary, as it already happened with the expression “Fürsorge” changing into “Sozialarbeit” in Austria.

Object languages: German

Date: 2009

Rights: © All rights reserved

Classification: Kapitalismus; Neoliberalismus; Sozialpolitik; Wirtschaftsentwicklung; Sozialarbeit

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