Titel (deu): Männer-emanzipatorische Sozialarbeit bei Männern & Burschen

Autor: Fröhlich, T. (Thomas)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2006

Beschreibung (deu): Im Frauenbereich hat sich in den letzten Jahrzehnten eine klare Definition sowie Arbeitshaltung in der feministisch-emanzipatorischen Sozialarbeit etabliert. Bei der
Sozialen Arbeit mit Männern und Burschen gibt es bis jetzt oftmals nur einen Zugang über bestimmte, zum Teil stigmatisierte, Gruppen und Themen, wie beispielsweise
die Täterarbeit. Einige Bereiche der Sozialarbeit sind daher typisch "männlich" dominiert: Straffällige, Obdachlose, Alkoholabhängige. Diese Betrachtung gibt auch
Auskunft über die Praxis und Funktion von Sozialarbeit: Eindämmung und Beseitigung von sozial unerwünschtem Verhalten sowie Krisenmanagement statt
Arbeit an den Ursachen. Nun hat sich die Auffassung über Sozialarbeit aber
gewandelt und SozialarbeiterInnen sehen sich nicht gerne als SystemerhalterInnen oder VerwalterInnen von Klienten. Sie wollen nicht für eine materielle und
ideologische Reproduktion des Systems sorgen, sondern die Ziele von Veränderungen selbst definieren oder aber auch von den Betroffenen bestimmt sehen. Doch das scheint in der Arbeit mit Männern eine Hürde zu sein, denn
zuweilen zeichnet männliches Verhalten - konkurrenzorientiert statt solidarisch, machtorientiert statt partnerschaftlich - selbst für das Problem verantwortlich.
Es ist daher Ziel dieser Diplomarbeit gewesen, die Entwicklung und Definition einer
männeremanzipatorischen Sozialarbeit aufzuzeigen, die gemeinsam mit der feministischen Sozialarbeit einen wesentlichen Beitrag zur individuellen
Befreiungsarbeit der KlientInnen leisten kann. Männer-emanzipatorische Sozialarbeit
meint also, die Themen der spezifischen Sozialisationsbedingungen sowie der
Geschlechterrolle aufzugreifen und Wege zu finden, diese wieder an Männer
heranzutragen. Die geschlechterreflektierende Sozialarbeit bietet die Chance einer
Umorientierung in der Geschlechterpolitik.

Beschreibung (eng): Emancipating social work with men and boys
A new Approach to gender-based social work
In the female domain a clear definition and code of practice in feminist-emancipatory
social work has emerged and established itself over the past few years. In regard to
social work with men and boys, the only available approach is via particular, partially
stigmatised groups and topics, such as perpetrator work. Thus several domains of
social work are characteristically "male-dominated": Delinquents, the homeless,
alcoholics. This examination also offers insight into the practice of social work:
Containment and elimination of socially undesirable behaviour as well as crisis
management instead of working on the reasons behind the crisis.
The range of social work has changed recently and social workers now dislike the
idea of being seen as upholders of the prevailing system or as client administrators.
They do not want to safeguard the ideological system, but would rather define the
objectives of change or to have them determined by the affected subjects. However,
this seems to be an obstacle when working with men, because, as male behaviour is
at times competitive instead of solidary, power-oriented instead of partnershipfocused
- it thus becomes itself responsible for the problem.
It has thus been the aim of this Diploma Thesis to demonstrate the development and
boundaries of male-emancipating social work, which, in collaboration with feministic
social work, is capable of contributing a great deal towards the personal liberation
efforts of clients. Male-emancipating social work thus aims at addressing the topics
of particular socialisation conditions as well as gender roles and to find ways to present these to men. Gender-reflective social work presents the opportunity to reorientate gender politics.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2006

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Mann; Bursche; Emanzipation; Sozialarbeit; Junger Mann; Geschlechtsunterschied

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