Titel (deu): Wohnungslosigkeit ist lange ein Geheimnis

Autor: Fischelmayer-Pruckner, S. (Simone)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2009

Beschreibung (deu): Die Erscheinungsform der Frauenwohnungslosigkeit ist überwiegend die versteckte Wohnungslosigkeit. Darunter werden prekäre Wohnverhältnisse verstanden, die keine mietrechtliche Absicherung bieten, wie beispielsweise das Unterkommen bei Bekannten, Verwandten und FreundInnen. Versteckt wohnungslose Frauen sind unsichtbar, weil sie im System der Wohnungslosenhilfe nicht erfasst werden und ihre Notlage vor der Öffentlichkeit verbergen, um Stigmatisierung und Diskriminierung zu vermeiden. Der Preis für die Geheimhaltung der Notsituation ist Abhängigkeit, sexuelle Gefügigkeit, körperliche Gewalt, fehlende Rückzugsmöglichkeiten und gesundheitliche Probleme. Den Frauen geht es zunehmend schlechter und die Sichtbarwerdung im Hilfesystem ist notwendig. In der qualitativen Studie wurden zwei mögliche Übergänge in die Wohnungslosenhilfe deutlich, der direkte und der indirekte Weg. Der direkte Weg zeichnet sich durch die Kontaktaufnahme von Seiten der entscheidungsfähigen Frau mit dem Hilfesystem aus. Auf dem indirekten Weg inszenieren entscheidungsunfähige Frauen unbewusst eine prekäre Situation, die zum Einschreiten einer totalen Institution führt. Unter totalen Institutionen werden Systeme mit besonderen Machtbefugnissen und einem Zwangscharakter verstanden, wie die Jugendwohlfahrt, das Krankenhaus, das Rechtssystem und das Gefängnis. Eine unbewusste Inszenierung, beispielsweise von Selbstmordgedanken, Schwangerschaft und Delinquenz führt zur Einschreitung einer totalen Institution und zur Weitervermittlung an die Wohnungslosenhilfe. Erst wenn die Frauen im Hilfesystem sichtbar sind, können sie von der Sozialarbeit als Klientinnen erfasst werden.

Beschreibung (eng): Hidden homelessness of women and their exhausting pathways into the support system

The most common form of female homelessness is a hidden one. The homeless women are invisible, because they do not make use of the support system and cannot be identified as homeless by others. The feelings of guilt and shame and the wish to avoid discrimination and stigma are reasons, why women keep their situation a secret. Hidden homelessness means to live in precarious housing conditions without any legal protection, such as the accommodation in flats of friends, acquaintances and relatives. The emotional costs of keeping their situation a secret are dependent relationships, health problems, physical and sexual violence. Their situation gradually deteriorates and they need help from the support system. This qualitative study shows two possible pathways into the support system, the direct and the indirect one. The direct pathway is presented when the woman is capable of making decisions and directly contacts the support system. The indirect pathway is characterized by the inability to make decisions and the unconscious creation of a certain situation. The women get into a precarious situation, such as pregnancy, an illness or delinquency, in order to get access to a total institution and get help from the support system. Total institutions are systems with the authority to act, such as youth welfare offices, hospitals, prisons and the judiciary system. When the women enter the support system and become visible, they are finally accepted as clients of social work.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2009

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Obdachlosigkeit; Psychische Belastung; Frau; Sozialarbeit

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