Titel (deu): Professioneller Umgang mit minderjährigen gewalttätigen Jugendlichen in sozialpädagogischen/ sozialtherapeutischen Wohngemeinschaften

Autor: Rothen, C. (Cornelia)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2008

Beschreibung (deu): In den letzten Jahren wurde zunehmend die Bevölkerung für das Thema „Gewalt an Kindern“ sensibilisiert, aber immer häufiger finden wir derzeit auch Berichte über gewalttätige Kinder und Jugendliche. Immer mehr Eltern und Pädagogen fühlen sich überfordert, angesichts des Gewaltpotentials, das ihnen von hochgradig aggressiven Kindern entgegenschlägt.
Therapien und Fremdunterbringung sollen positive Verhaltensenderungen bei gewalttätigen Minderjährigen herbeiführen. Aber sind die BetreuerInnen in den sozialpädagogischen Einrichtungen den gesteigerten Anforderungen im Umgang mit gewalttätigen, oft auch mit Persönlichkeitsstörungen behafteten Klientel auch gewachsen und ausreichend geschult? Auf welche Interventionen und Verhaltensstrategien können SozialarbeiterInnen und SozialpädagogInnen in diesem Handlungsfeld zurückgreifen?
Der Beantwortung dieser Fragen liegen vor allem Daten und Ergebnisse aus narrativen Interviews und „der teilnehmenden Beobachtung“ zugrunde. In der Fachliteratur finden sich zu dieser Thematik kaum konkrete Beispiele, die erfolgreiche Interventionsmethoden aufzeigen, meist handelt es sich um theoretische Konzepte, Trainingsprogramme oder Modelle aus dem therapeutischen Milieu, die nach Aussagen der BetreuerInnen nur ungenügend Einfluss auf das gewalttätige Verhalten der minderjährigen Jugendlichen ausüben. Zentrales Anliegen dieser Arbeit ist es daher aufzuzeigen, welche Mittel und Strategien den BetreuerInnen in den sozialpädagogischen bzw. sozialtherapeutischen Wohngemeinschaften anwenden, um eskalierenden Gewaltsituationen erfolgreich entgegenzutreten.
Ein wesentliches Ergebnis der Forschung ist, dass die BetreuerInnen, für diese Art der Anforderungen, ungenügend geschult und abgesichert sind. Durch ihre jahrelangen Erfahrungswerte, ihre authentische, einfühlsame, konsequente und respektvolle Vorgehensweise gelingt es ihnen aber, je nach Situation, durch einfaches „Überhören“ bis hin zu „Paradoxen Interventionen“ Eskalationen immer wieder erfolgreich abzuwenden.
Um jedoch eine, für das Betreuungspersonal sicherere, und für das Klientel optimalere Betreuung umsetzen zu können, wäre ein höherer Betreuungsschlüssel erforderlich.

Beschreibung (eng): In recent years, the general public has been increasingly sensitised to the topic of violence against children. But an increasing number of incidents involving violence committed by children or youth are now being reported. More and more parents and educators feel overwhelmed by the potential for violence when confronted by extremely aggressive children. Therapy and housing placement away from home should lead to positive behavioural change in violent minors. The question however remains: Are employees in “social-pedagogic” institutions and agencies receiving adequate training and are they able to cope with the increasing demands of working with violent clients, many of whom suffer from personality disorders? What intervention and behavioural strategies are available for social workers and “social-pedagogues” in such situations?
The answers to these questions are primarily based upon data and results from narrative interviews and „participatory observation”. Few concrete examples demonstrating successful intervention methods can be found in the technical literature. Most focus on theoretical concepts, training programmes or models found in therapeutic settings, which, according to the caregivers, have inadequate impact on the violent behaviour of minors. Therefore, a primary focus of this project was to identify resources and strategies which can be used by a “social-pedagogue” or social worker in a “social-pedagogic” or therapeutic group home setting in order to successfully counter or avert violent situations. An important finding of this research is that social workers and “social-pedagogues” are insufficiently trained for and protected against the demands of this particular type of work. However, through many years of experience and an authentic, empathetic, consistent and respectful approach to their work, they are often successful in averting escalation by using methods ranging from simply overlooking to „paradoxical intervention“, depending on the individual situation.
However in order to successfully put into practice a social-pedagogic care programme which operates on a secure, everyday, lifestyle-friendly and family-friendly basis for the care workers, it would be necessary to implement a higher support ratio.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2008

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Minderjähriger; Gewaltäter; Sozialpädagogische Wohngemeinschaft; Sozialtherapie

Permanent Identifier