Titel (deu): Integration und Migration - der Diskurs zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Medien

Autor: Preiss, L. (Leonhard)

Beschreibung (deu): St. Pölten, FH-Stg. Sozialarbeit, Dipl.-Arb., 2010

Beschreibung (deu): In der alltäglichen Auseinandersetzung mit Integration und Migration sind tiefergehende Zusammenhänge des Diskurses nicht wahrnehmbar. Die vorliegende Arbeit unterscheidet zwischen wissenschaftlicher, zivilgesellschaftlicher und politischer Diskursebene, und sucht nach Überschneidungsbereichen. Unter einer diskursanalytischen Perspektive und der Anwendung des Konzepts der Gouvernementalität wird gezeigt, dass die aktuelle Gestalt des Migrations- und Integrationsdiskurses eng mit der Entstehung des Aufenthaltsgesetzes 1992 und den darauffolgenden Integrationspolitischen Versäumnissen verbunden ist. Die nationalistische und diskriminierende politische Praxis befindet sich in einer Ambiguität als mit-Verursacher und gleichzeitig als möglicher Lösungsansatz der nationalstaatlichen Unfähigkeit zur Migrationskontrolle. Ein gouvernementales Integrationsverständnis hilft dabei, die selbstreproduktiven Tendenzen staatlich instrumentalisierter Integrationskonzepte zu verstehen, und verdeutlicht, dass MigrantInnen als geeignete Zielscheibe der Repression zur Integration der Mehrheitsgesellschaft beitragen können. Es zeigt sich Weiters, dass die Vereinnahmung von sozialwissenschaftlicher Forschung und zivilgesellschaftlicher Praxis im Zuge der Entwicklung politischer Technologie für keinen der vereinnahmten Bereiche von Vorteil ist. SozialwissenschafterInnen und NGOs aus dem Sozialbereich geraten an die Grenzen der Kritisierbarkeit der herrschenden Verhältnisse, zu deren Aufrechterhaltung sie beitragen. Es ergeben sich in der Untersuchung der Diskurslage verschiedene Überschneidungsbereiche, an denen weitere Forschung anknüpfen kann.

Beschreibung (eng): In the everyday perception of the discourse on migration and integration, a deeper knowledge of the discursive synapses is not acknowledgeable. This thesis introduces with a distinction between the discursive levels of civil society, science and politics, and aims to discover overlapping between them. With the perspective of discourse analysis and applying the concept of Gouvernementalité it is shown, that the actual shaping of the discourse on migration and integration is closely linked to the emergence of the Aufenthaltsgesetz 1992 and the following shortfall of integrative policies. The nationalistic and discriminating political praxis is lost in ambiguity, consisting of being cause and solution to the incapacity of migration control due to an adherence to ideas of a state based on nationality. A “gouvernemental“ understanding of integration helps considering self-reconstructing tendencies in policy-exploited concepts of integration, and puts emphasis on the role that migrants, as they are a convenient target for repression, could play for the integration of the majority. Making use of social sciences and knowledge of the social services in favor of political technology has mostly negative effects on both of them, as they reach the borders of their capabilities in criticizing existing systems by being part of the constructing power. During the exploration of the discourse, some overlapping of the discursive levels was encountered, and invites to further investigation.


Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2010

Rechte: © Alle Rechte vorbehalten

Klassifikation: Migration; Einwanderung; Soziale Integration; Einwanderungspolitik

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