Title (deu): Die Repräsentanz und Darstellung von Frauen und Männern in Eigen-, Auftrags- und Ko-Produktionen des österreichischen Fernsehens

Author: Bauer, M. (Marlene)

Description (deu): St. Pölten, Studiengang Medienmanagement, Masterarbeit, 2018

Description (deu): Die quantitative Repräsentanz und Darstellung von Frauen und Männern im Fern-sehen ist seit den 1970er Jahren Gegenstand der kommunikationswissenschaftli-chen Geschlechterforschung. Trotz der 42 Jahren, die zwischen der ältesten Studie von Küchenhoff (1975) und der jüngsten von Prommer/Linke (2017) liegen, kommen alle bisherigen AutorInnen zum Schluss: Frauen sind im Fernsehen quantitativ un-terrepräsentiert, führen weniger wichtige Funktionen und Rollen aus und werden darüber hinaus stereotyp dargestellt. In Österreich liegt die letzte vergleichbare Stu-die von Christine Leinfellner (1980) 38 Jahre zurück, aus diesem Grund erscheint die Neuauflage einer Analyse der Geschlechterbilder im österreichischen Fernse-hen mehr als überfällig. In der folgenden Arbeit wurde das Programm der zwei öf-fentlich-rechtlichen Sender ORFeins und ORF 2, sowie der drei privaten Sender ATV, Puls4 und ServusTV im Rahmen einer natürlichen Programmwoche unter-sucht. Der Fokus liegt dabei auf eigen-, auftrags- und ko-produzierten Sendungen der jeweiligen Sender, da hier das meiste inhaltliche Einflusspotenzial vonseiten der Rundfunksender zu vermuten ist und auf den drei größten Programmsparten Fern-sehpublizistik, Fiktionale Unterhaltung und Nonfiktionale Unterhaltung. Durch die methodische Anwendung einer Fernsehprogrammanalyse und einer standardisier-ten bzw. quantitativen Inhaltsanalyse konnten in den einzelnen Programmsparten Ausprägungen zur Rollenverteilung, dem thematischen Kontext, äußeren Merkma-len, sozialen Merkmalen und der beruflichen Tätigkeit von Männern und Frauen er-hoben werden. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine ausgeglichene Quantität von Frauen und Männern eher in den ORF-Programmen festzustellen ist, während im Privatfernsehen nach wie vor Männer die Mehrheit ausmachen. Frauen sind in den gleichen Funktionen, Rollen und Themenbereichen wie Männer zu sehen, aber oft in einem weitaus geringeren Ausmaß. Männern wird bei Figur und Frisur größere Spielräume zugestanden als Frauen, die wiederum bei der Kleidung flexibler sind. Frauen werden häufiger durch ihren Beziehungsstatus oder die Elternschaft defi-niert, während bei Männern die berufliche Tätigkeit eine größere Rolle spielt. Zu-sammenfassend sind nach wie vor klischeehafte Darstellungen vorzufinden, aller-dings mischen sich diese mit einem breiten Spektrum an anderen Ausprägungen, sodass daraus vielfältigere Bilder von Frauen und Männern entstehen.

Description (eng): The (quantitative) representation of women and men in television has been the sub-ject of communication and gender studies since the 1970s. Despite the 42 years between the oldest study by Küchenhoff (1975) and the most recent one by Prom-mer / Linke (2017) all previous authors conclude that women are quantitatively un-derrepresented in television, perform less important functions and roles and also embody typical stereotypes. In Austria, the last comparable study by Christine Lein-fellner (1980) was realised 38 years ago, which is why a new edition of an analysis of gender images on Austrian television is more than overdue. In the following work the program of the public broadcaster ORF (ORFeins and ORF 2) as well as pro-gram of the three private broadcasters ATV, Puls4 and ServusTV were examined. The focus here is on self-produced, commissioned and co-produced broadcasts of the respective broadcasters since this is where most of the content-related potential for influence of the broadcasters can be expected. The analysed program covers the three largest program segments television journalism, fictional entertainment and non-fictional entertainment. Through the methodological application of a televi-sion program analysis and a standardized / quantitative content analysis it was pos-sible to ascertain the roles, the thematical context, characteristics of the appear-ance, social characteristics and the occupational activity of men and women in the individual program segments. The results make it clear that a balanced quantity of women and men is more likely to be found in the ORF programs while on private television men still make up the majority. Women are seen in the same roles, func-tions and topics as men, but often to a much lesser extent. Men are given more freedom in constitution and hairstyle than women, who are more flexible in their clothing instead. Women are more often defined by their relationship status or par-enting, while professional activity plays a greater role for men. In summary, stereo-typical representations are still to be found but they mix with a wide range of other manifestations resulting in more diverse image of how women and men can be.

Object languages: German

Date: 2018

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Classification: Österreich ; Fernsehen ; Geschlechterforschung ; Kommunikationswissenschaft

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