Title (deu): Anwendungsbeispiele von Case Management in Österreich

Author: Felder, N. (Nikita)
Gebesmair, S. (Stefanie)
Gräble, K. (Kathrin)
Grünsteidl, B. (Brigitte)
Lichtenthäler, C. (Claus-Clemens)
Nebosis, H. (Hannah-Christina)
Weinberger, M. (Maria Katharina)

Description (deu): St. Pölten, Studiengang Soziale Arbeit, Masterarbeit, 2018

Description (deu): Case Management ist ein Verfahren, das in zahlreichen Handlungsfeldern Sozialer Arbeit Anwendung findet. Dennoch sind wissenschaftliche Auseinandersetzungen mit dem Forschungsfeld rar. Die vorliegende Masterarbeit widmet sich der Untersuchung von Anwendungsbeispielen von Case Management in Österreich und gibt damit einen Einblick in die Vielfalt der Umsetzung eines theoretischen Konzeptes. Im ersten Teil der Arbeit werden unter Zuhilfenahme von Fachliteratur zunächst theoretische Grundlagen von Case Management entlang der Ebenen, der Funktionen sowie der Prinzipien von Case Management dargestellt und ein idealtypischer Ablauf des Prozesses beschrieben. Anschließend rückt die Implementierung von Case Management in den Fokus, und das Konzept der ‚lernenden Organisation‘ sowie die Qualifizierung von Case Manager*innen werden behandelt. Daran schließt im zweiten Teil eine Darstellung des qualitativen Forschungsprozesses und der zur Anwendung gekommenen qualitativen Methoden an. Das Kernstück der Arbeit bilden die drei folgenden Kapitel, in denen die Ergebnisse zu unterschiedlichen Forschungsfeldern präsentiert werden. Als erstes legen Nikita Felder, Stefanie Gebesmair, Kathrin Gräble und Hannah-Christina Nebosis ihre Erkenntnisse zu der Umsetzung von Social Work Case Management-Prinzipien in zwei Anwendungsbeispielen dar. Dabei handelt es sich zum einen um ‚das regionale Kompetenzzentrum im integrierten Versorgungssystem Alkohol.Leben können.‘, eine Beratungsstelle für Menschen mit einer Alkoholerkrankung sowie die Abteilung ‚Startbegleitung für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte‘ von Interface Wien, eine Beratungsstelle für geflüchtete Menschen. Die Ergebnisse heben die markanten Unterschiede in der Konzeption des jeweiligen Case Management hervor und machen deutlich, dass die Umsetzung der Prinzipien damit in enger Verbindung steht. Claus-Clemens Lichtenthäler und Maria Weinberger setzen sich in ihrer Arbeit mit dem Case Management in der Betrieblichen Wiedereingliederung auseinander. Sie gehen dabei spezifischen Phasen des Case Management-Ablaufs anhand der Anwendungsbeispiele der Österreichischen Bundesbahnen, der Magistrate Linz und Graz sowie dem Med Campus III des Kepler Universitätsklinikums Linz nach. Zunächst beschäftigen sie sich damit, wie und unter welchen Bedingungen die Klärungsphase und Fallfindung im Prozess der Betrieblichen Wiedereingliederung stattfinden und gehen dann auf die Zielformulierung und die Maßnahmenplanung sowie deren Umsetzung in der Betrieblichen Wiedereingliederung auf Fall- und Systemebene ein. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Art und Weise der Implementierung des CM Konzeptes wesentliche Auswirkungen auf die unterschiedlichen Phasen der Fallbearbeitung hat und dass eine fallbezogene sowie fallübergreifende Beziehungsarbeit mit allen involvierten Akteur*innen die Basis für eine gelingende Wiedereingliederung betroffener Mitarbeiter*innen darstellt. Die Arbeit von Brigitte Grünsteidl widmet sich abschließend der Case Management- Praxis von Einrichtungen im österreichischen Gesundheitswesen in den unterschiedlichen Bundesländern. Dabei liegt ihr Fokus auf der Systemebene des Case Managements des ‚Netzwerkes Gehirn Oberösterreich‘, des Projektes ‚Age-friendly Region‘ der ‚Chance B-Gruppe‘ in der Steiermark sowie des ‚Betreuungs- und Pflegenetzes‘ Vorarlberg. Ihre Ergebnisse zeigen trotz unterschiedlicher gesetzlicher Rahmenbedingungen im österreichischen Gesundheitswesen Gemeinsamkeiten in den Hilfelandschaften und auf organisationaler Ebene auf. Gleichzeitig verweist ihre Auseinandersetzung aber auch hier auf Unterschiede in der Umsetzung der jeweiligen Case Management-Konzeptionen, welche vor allem im Zusammenhang mit der Netzwerkarbeit und handelnden Akteur*innen auf der Systemebene gesehen werden.

Description (eng): Examples of applied Case Management in Austria

Case Management is a method that is being applied in countless fields of social work practice. Nevertheless, scientific analyses of this research field are few and far between. The present master thesis examines examples of applied Case Management in Austria and thereby aims to provide insight into the diverse approaches to implementing this theoretical concept. The first part of the thesis will outline the theoretical background of Case Management according to the scientific literature, describing the different dimensions, roles and principles of the field as well as the six stages of Case Management. Subsequently, the focus will shift to the implementation of Case Management, and the concept of ‘learning organizations’ as well as qualifications of Case Managers will be discussed. The second part will give an account of the qualitative research process and the qualitative methods that were applied. The three subsequent chapters constitute the core of the thesis, where the results from different research fields will be discussed. First, Nikita Felder, Stefanie Gebesmair, Kathrin Gräble and Hannah-Christina Nebosis will present their findings on the implementation of Social Work Case Management principles in two example organizations. These are ‘das regionale Kompetenzzentrum‘, an information centre for people struggling with alcohol abuse, and the ‚Startbegleitung für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte‘, a department of the information centre ‘Interface Vienna’ for officially recognised refugees. The results highlight the striking differences between the organizations’ respective conceptions of Case Management and demonstrate the close link between these conceptions and the implementation of Case Management principles. In their work, Claus-Clemens Lichtenthäler and Maria Weinberger investigate the use of Case Management in vocational reintegration. They examine specific phases of the Case Management process as implemented at the ‘Österreichische Bundesbahnen‘ (the Austrian National Railways), the magistrates of Linz and Graz and the Med Campus III of the ‘Kepler Universitätsklinikum Linz’ (the Kepler university hospital Linz). After examining the implementation of ‘Outreaching, Case Finding and Intaking’ in the process of vocational reintegration, they will address the principles of ‘serviceplanning and linking’ and their respective application in vocational reintegration at the level of individual cases as well as at system level. The results show that the respective approach to implementing the CM concept has an essential influence on the different phases of Case Management, and that case-oriented as well as cross-case/inter-case relationship building with all actors involved in the process constitutes the base for a successful reintegration of affected employees. To conclude, the work of Brigitte Grünsteidl discusses the Case Management practice of Austrian health care facilities in different Austrian provinces. It focuses on system level Case Management in the context of the organization ‘Netzwerk Gehirn Oberösterreich‘, the project ‘Age-friendly Region‘ organised by the ‘Chance B-Gruppe‘ in Styria and the ‘Betreuungs- und Pflegenetz‘ in Vorarlberg. The results reveal similarities between help landscapes and organizations of different provinces despite the varying legal framework. At the same time, they also indicate differences in the implementation of the respective Case Management conceptions, mainly in connection with network building and acting players on the system level.

Object languages: German

Date: 2018

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Classification: Case Management ; Organisatorisches Lernen ; Berufliche Wiedereingliederung ; ; Betriebliches Eingliederungsmanagement

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