Title (deu): Das Messie-Syndrom aus dem Blickwinkel der Hilfesysteme

Author: Silberbauer, M. (Michael)
Stadlmann, B. (Birgit)

Description (deu): Masterarbeit, Fachhochschule St. Pölten, Masterlehrgang Sozialmanagement, 2018

Description (deu): Der Schwerpunkt der gegenständlichen Arbeit ist die Art und Weise des Zusammenwirkens der Hilfesysteme in der Arbeit mit Messies. Ausgehend davon, dass in der Arbeit mit Messies viele unterschiedliche Professionen verschiedenster Organisationen beteiligt sind, wurden in diesem Bereich tätige Expert*innen befragt. Dabei schien es bedeutsam, Erfahrungen möglichst vieler Professionen zu erfassen. Der Fokus der Forschung wird dabei auf die Kommunikation und Kooperation der Akteur*innen untereinander sowie auf die Sichtbarmachung von Handlungsabläufen in der praktischen Arbeit gelegt. Weitere Forschungsaspekte sind die Frage nach der Kommunikation an den Schnittstellen sowie die Sicht der Expert*innen zu Case Management und dessen möglicher Verortung. Zusätzlich zur Befragung der Expert*innen mittels leitfadengestützten Interviews wurden Aktenverläufe in Hinblick auf zeitliche Verläufe und vorhandene Tätigkeiten in die Auswertung mit eingeflochten. Die im Zuge der Befragung und der Analyse der Aktenverläufe gewonnenen Daten wurden mit zwei qualitativen Methoden, dem thematisches Codieren nach Flick und der Dokumenten- und Aktenanalyse nach Wolff, ausgewertet. Die Forschungsfragen wurden durch einen umfassenden Literaturteil und einen empirischen Teil diskutiert. Blickt man auf die Ergebnisse, kristallisieren sich verschiedene Stadien des Hilfeprozesses heraus, in denen unterschiedliche Professionen tätig werden. Im behördlichen Kontext können ebenfalls abgestufte Stadien von Handlungsabläufen beobachtet werden. Erstmals konnte ein Überblick über Auftrag und Zuständigkeiten von möglichst vielen Professionen innerhalb der Messie-Arbeit zusammengestellt werden. Zuständigkeiten und Aufträge einzelner Professionen und Organisationen sind anderen Akteur*innen nicht durchgängig bekannt, was dazu führt, dass Expert*innen ihren jeweiligen Auftrag isoliert und ohne die Möglichkeiten einer Gesamtschau des Hilfeprozesses durchführen. Der Kommunikation als Grundlage für eine gute Kooperation kommt eine große Bedeutung zu. Spannungsfelder der Akteur*innen innerhalb des Hilfeprozesses im Dilemma zwischen Berufsethik und Auftragsausführung können aufgezeigt werden. Es wird festgestellt, dass komplexe Probleme komplexer Lösungen bedürfen. Ziel der Arbeit ist es, mit dem Schwerpunkt auf Hilfesysteme innerhalb der Messie- Arbeit eine Forschungslücke zu verkleinern und dazu beizutragen, dass die Arbeit von Akteur*innen in einem sehr herausfordernden Feld beleuchtet wird.

Description (eng): The focus of this work is to provide data showing the way in which the care-system supports the working with compulsive hoarders. This paper is from the standpoint that so many different professions from different organisations are dealing with this issue. Interviews were conducted with experts from the different professions. This provided the opportunity to take a deep look into all the varying experiences and standpoints. The main interest was to show the communication and cooperation between all the professionals involved and further explain the processes of dealing with these kinds of issues in reality. Additional questions of the research were to answer how the communication works at the various interfaces and opinions of professionals regarding case management and its possible positioning. In addition to the surveys with experts through interviews, files of specific cases with special focus on time and actions during operations were also researched to provide a more integrated overview. The interviewing and the examination of different files have been evaluated in two separate ways; thematic coding using Flick and document and file analysis using Wolff. The research questions have been answered with an extensive part of literature and empirical methods. The result of all the outcomes presented that some stages of the caring processes attract attention because of the cooperation between all kinds of professions. In context to the involvement of the authorities, downgraded stages of the process can be observed. For the first time, an overview of tasks and competencies of many professions involved in the work with compulsive hoarders was possible. Many experts have minimal information or visibility of what other experts are doing, which leads to an isolated approach. If more collaboration between the different professions took place there would be a more effective solution. A key success factor in achieving this is communication as the basics of good cooperation. The gap between work ethics and legal boundaries cause constant tension for the experts. It is critical to realize that complex problems need even more complex solutions. The main goal of this work, with it´s focus on the care-system of working with compulsive hoarders, was to provide data to help reduce the gap in current available research and create a picture of how professionals handle this very challenging issue.

Object languages: German

Date: 2018

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Classification: Vermüllungssyndrom ; Case Management ; Hilfesystem

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