Title (deu): Fahrgastwechselzeit bei städtischen Verkehrsmitteln

Author: Zmaritsch, J. (Josef)

Description (deu): Masterarbeit, Fachhochschule St. Pölten, Studiengang Bahntechnologie & Mobilität, 2017

Description (deu): Eine Verkürzung der Fahrgastwechselzeit, welche einen wesentlicher Anteil der Haltezeit darstellt, ist speziell bei städtischen Verkehrsmitteln aufgrund von relativ häufig hintereinander vorkommenden Stationsaufenthalten von großer Bedeutung für eine Stabilisierung der Umlaufzeiten. Die vorliegende Diplomarbeit beschäftigt sich daher mit der Thematik Fahrgastwechselzeit bei den städtischen Verkehrsmitteln Straßenbahnen und Bussen. Themenschwerpunkt dabei ist das Erforschen von diversen menschlichen Einflussfaktoren wie Geschlecht, Alter und Mobilität sowie von fahrzeugtechnischen Einflussfaktoren wie Fahrzeugtür, Innenraumgestaltung und Einstiegsbereich welche sich positiv wie negativ auf die Fahrgastwechselzeit auswirken. Diesbezüglich wurden neben umfassender Literaturrecherchen und ergänzenden Internetrecherchen eigene empirische Datenerhebungen mittels Videoaufnahmen von 519 aus- bzw. 1.074 einsteigenden Personen im Zuge von 179 Fahrgastwechselvorgängen bei unterschiedlichen Straßenbahnen und Bussen in Wien, Linz und Graz durchgeführt. Aus den Auswertungen ist ersichtlich, dass 84 % der Fahrgäste der Altersgruppe zwischen 10 und 60 Jahren zugeordnet werden können. Des Weiteren sind 93,5 % der Fahrgäste weder körperlich noch durch großes Gepäck oder Kinderwägen in deren Mobilität eingeschränkt. Die Verteilung der betrachteten Personen betreffend Geschlecht ergibt sich mit einem Anteil von 53 % für Frauen und 47 % für Männer. Betrachtungen von Niederflurstraßenbahnen bzw. Bussen zeigen, dass mobilitätsuneingeschränkte Personen im Alter von 10 bis 60 Jahren bei idealen Einstiegssituationen für den Ausstieg um ca. 20 % und beim Einstieg um ca. 15 % kürzer benötigen als bei Hochflurstraßenbahnen. Bei Kindern < 10 Jahren und älteren Personen > 60 Jahren fallen aufgrund von körperlichen Defiziten zur Überwindung der Stufen bei Hochflurstraßenbahnen die Einzelzeiten noch höher aus, weshalb ein zukünftiger Einsatz von Hochflurstraßenbahnen nicht empfohlen wird. Eine ausreichende Dimensionierung der Fahrzeuge ist für eine rasche Fahrgastwechselzeit von hoher Bedeutung. Bei starken Auslastungsgraden des Fahrzeuges zu Beginn des Fahrgastwechselvorganges bewirken eine Erhöhung der Einstiegszeiten um ca. 50 % gegenüber mäßig oder wenig ausgelasteten Fahrzeugen. Auch ein ausreichend großer Einstiegsbereich spielt eine wichtige Rolle. Beim Einstieg von 15 Personen liegt die laufende Fahrgastwechselzeit bei großen Einstiegsbereichen um 5 Sekunden niedriger als bei kleinen. Zur weiteren Beurteilung des Fahrgastinnenraumes wird jeder Person eine ermittelte Idealzeit zugeordnet und dem tatsächlich benötigten Zeitaufwand gegenübergestellt. Die tatsächlich benötigte Ausstiegszeit bei kleinen Einstiegsbereichen liegt bei einer Fahrgastwechselzeit von 10 Sekunden um ca. 30 %, bei mittleren Einstiegsbereichen um ca. 22 % und bei großen Einstiegsbereichen nur noch um ca. 15 % über der Idealzeit. Aufgrund der Wichtigkeit des Einstiegsbereiches sollte dessen Größe in Abhängigkeit von der Anzahl der zu erwartenden aus- bzw. einsteigenden Personen bei der zu bedienenden Linie bereits vor der Anschaffung bekannt sein. Welcher Flächenbedarf für welche Fahrgastanzahl im optimalen Fall erforderlich wäre, kann in weiteren Arbeiten erörtert werden und wäre für Neuanschaffungen von Fahrzeugen interessant.

Description (eng): Passenger exchange time is a significant part of the dwell time, especially at urban transportation because of the relatively frequent successive station stops. Shortening passenger exchange time results in stabilisation of turnaround time. The present diploma thesis deals with the subject of passenger exchange time of urban transportation on trams and buses. Focus of this paper is on the exploration of various human factors such as gender, age and mobility as well as vehicle influencing factors such as the vehicle door, interior design and entry area which all have positive or negative effects on the passenger exchange time. Referring to this in addition to literature and internet research empirical data surveys were carried out through video recordings of 519 leaving and 1.074 entering persons, during 179 passenger exchange processes on different trams and buses in Vienna, Linz and Graz. Evaluations show that 84 % of the passengers are in the age between 10 and 60 years. Furthermore 93.5 % of passengers are neither physically nor by large baggage or children's vehicles restricted in their mobility. The distribution of persons concerned regarding gender is 53 % women and 47 % men. Considerations of low-floor trams or buses show that persons without mobility constrictions between the ages of 10 and 60 years require 20 % less for exit and 15 % less for entering. For children < 10 years and older persons > 60 years the time for entering or leaving is even higher because of physical deficits. Therefore the usage of high-lane roads is not recommended. A sufficient dimensioning of the vehicles is of great importance for a rapid passenger exchange time. In case of heavy capacity levels an increase can be seen in entry times by approximate 50 % compared to moderately or slightly capacity vehicles. A sufficiently large entry area also plays an important role. If 15 people are entering, the current passenger changing time is 5 seconds lower for vehicles with large entry areas than for small ones. In order to further assess the vehicles interior, a determined ideal time is assigned to each person and compared with the actually required time expenditure. The actually required exit time for vehicles with small entry areas for a passenger exchange time of 10 seconds is around 30 %, for vehicles with medium-sized entry areas about 22 % and for vehicles with large entry areas only around 15 % above the ideal entry time. Due to the importance of the entrance area, its size should be known before the acquisition, depending on the number of people entering and leaving. Which size of entrance area for a specific number of passengers would be required in optimal case can be discussed in further assessments and would be interesting for new acquisitions of vehicles.

Object languages: German

Date: 2017

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Classification: Straßenbahn ; Bus

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