Title (deu): Die Erzählkunst der Vielen

Author: Öztürk, J. (Jasmin)

Description (deu): St. Pölten, Studiengang Digitale Medientechnologien, Masterarbeit, 2016

Description (deu): Was ist die Essenz einer perfekten Geschichte und lässt sich diese reproduzieren? Die vorliegende Diplomarbeit untersucht ebenjene Frage mit der Hilfe des Crowdsourcing Formats Crowd-Creation. Hierzu wurde eine möglichst große Anzahl an Personen gebeten, qua eigens erstelltem Fragebogen Tool, www.storytelling-experiment.com, eine ihrer Einschätzung nach, perfekte Geschichte, zusammenzustellen. Mit den Ergebnissen dieser Studie wurde im Anschluss das Drehbuch zu einem 2D animierten Kurzfilm geschrieben, welcher die forschungsleitende These „Das massenmedial kommunizierte Storytelling Diktat, welches gewisse, implizite narrative Normen als obligatorisch betrachtet, um bei der breiten Masse Gefallen zu finden, spiegelt nicht die Wünsche der Allgemeinheit wider,“ bestätigen sollte. Nach Auswertung der Ergebnisse konnte jedoch rasch festgestellt werden, dass es nicht zum erhofften Aufschrei nach außergewöhnlichen, narrativen Normen widersprechenden Geschichten gab. Und so handelte der, klassischen Erzählmustern folgende, Kurzfilm von den Problematiken des Erwachsenwerdens, mit der Gesellschaft und ihrem traditionellen Gedankengut als Antagonistin. Somit konnte die erste Arbeitshypothese, „Je eher eine Geschichte einem bestimmten, dem/der ZuseherIn bereits bekanntem Erzählmuster folgt, desto eher wird sie akzeptiert“, dank der repräsentativen Stichprobe von 531 TeilnehmerInnen, verifiziert werden. Anders die zweite Hypothese, „Sobald dem/der RezipientIn ein Mitspracherecht zu Beginn des Wertschöpfungsprozesses eingeräumt wird, erreicht das Endprodukt eine überdurchschnittliche Aufmerksamkeit auf Kosten der Objektivität“, welche aufgrund des Fehlens einer jeden kritischen Äußerung und lediglich 1.542 views falzifiziert werden musste. Des Weiteren wurde der Nutzen von Crowd-Creation für die Kreativindustrie, insbesondere die Filmwirtschaft, untersucht. Hierbei wurde zweierlei festgestellt: Erstens, Crowd-Creation bietet einen ungetrübten Einblick in die Köpfe der Masse, welche im Idealfall mit der Zielgruppe korrespondiert. Zweitens, und diese Erkenntnis entspricht auch der finalen Aussage, kann und wird die Masse nie den Kreativen im Entstehungsprozess ersetzen. Dazu fehlt ihr der kreative Weitblick und die künstlerische Fähigkeit, sich auf eine Geschichte, vernab eines jeden persönlichen Einflusses, einlassen zu können.

Description (eng): The present master’s thesis explores the value-added process of crowd-creation and its benefits for the creative industry. The underlying question of this project was “What is the essence of a perfect story?” and the premise was to find an appropriate answer by asking as many people as possible for their version of a perfect story. Therefore an online survey tool, www.storytelling-experiment.com, was created, with which one could create any story in detail. The results of this experiment then co-produced the storyline of a 2D animated, crowd-created short film, which should, furthermore, help investigate the following research topic: “Mass-media suggests a storytelling dictation, whose implicit, narrative norms are not in the interest of the mass.”
After careful evaluation, the results did not follow expectations and the short finally dealt with coming of age issues and societal challenges. As the mass wished for a classical narration, f.e. linear chronology and a first-person-perspective, the first hypothesis “Acceptance rises with the use of known, narrational patterns” was verified. Verification was possible, as a result to the representative nature of the sample; 531 people participated in the storytelling experiment and therefore the necessary sample of 471 participants was over-achieved. The second hypothesis, “As soon as the recipient is allowed to participate in the value-added process, the final product reaches outstanding awareness at the expense of objective evaluation”, had to be falsified, due to the lack of critical responses and an under-average reach of 1,542 views in total (youtube and vimeo combined). The final two statements of this master’s thesis relate to the use of crowd-creation: First, crowd-creation allows a clear insight into the fears, demands and wishes of the mass, which should, in the best case, equal the desired target group. Secondly, and this is the concluding message of the master’s thesis, the mass can not replace the creatives. The mass does not have the ability to immerse into fictional character’s minds and storylines and is not able to lead the way into unknown territory. The mass follows the known, the mass replicates, the mass can not take over the tasks of a truly creative.

Object languages: German

Date: 2016

Rights: © All rights reserved

Classification: Epik; Kurzfilm

Permanent Identifier