Title (deu): Bodymapping

Author: Hackl, A. (Alexander)

Description (deu): St. Pölten, Studiengang Digitale Medientechnologien, Masterarbeit, 2016

Description (deu): Will man die Technik des Bodymappings kunsthistorisch einordnen, so stößt man auf einige Probleme, da eine Vielzahl an Techniken, Strömungen und Konzepten hier zum Einsatz kommen. Zwar wird Bodymapping meistens in Form von einer Performance in Erscheinung treten, aber auch Kunstinstallationen, Videos und Fotografien kommen vor. Weiters ist generative Kunst ein Thema, da die Inhalte oft auf prozedurale Art erzeugt werden. Um Bodymapping als Kunstrichtung zu verstehen und einordnen zu können muss man allerdings noch weiter zurück gehen und das Verhältnis zwischen Kunst im allgemeinen und dem menschlichen Körper analysieren. Wie es auch oft bei Projection-Mapping der Fall ist, wird Bodymapping oft als reiner Effekt benutzt. Das Interesse des Publikums entsteht dabei aufgrund der Neuheit der Erfahrung und nicht unbedingt aufgrund des Inhalts der Aufführung. Da das Bespielen eines menschlichen Körpers in Echtzeit einen gewissen technischen Aufwand voraussetzt, ist es logisch, dass auch der Inhalt auch sehr stark von der Technik bestimmt wird. Freies Arbeiten und Experimentieren wird dadurch schwierig, weil jeder Versuch nur mit einem verhältnismäßig großem zeitlichem Aufwand verbunden ist. Das künstlerische Problem, welches einer experimentellen Auseinandersetzung mit der Idee und der Ästhetik des Bodymapping bedarf, trifft hier also auf eine technische Limitierung. Um einen kreativen Schaffungsprozess zu ermöglichen, muss die technische Funktionalität schon vor dessen Beginn gegeben sein. Wie aber kann eine technische Lösung von etwas erreicht werden, dessen Ziel man nicht kennt? Die Antwort ist ein modulares System, ein Baukasten, welcher alle grundlegenden Funktionalitäten, wie z.B. Kalibrierung, Signalverarbeitung, Steuerung und Rendering ermöglicht und gleichzeitig genug Freiraum
für kreatives Arbeiten lässt. Der erste Teil der Arbeit ist theoretischer Natur und widmet sich der kunsthistorischen Einordnung und Definition des Begriffs Bodymapping. Es beginnt mit einer umfangreichen Literatur-Recherche über die Auseinandersetzung der Kunst mit dem menschlichen Körper durch die Epochen. Daraufhin wird noch einmal speziell auf Performance- und Körperkunst eingegangen. Anhand der daraus gewonnenen
Erkenntnisse werden verschiedene Arbeiten aus dem Bereich Bodymapping analysiert und verglichen. Der zweite Teil beschäftigt sich mit der technischen Umsetzung eines modularen Bodymapping- Tools. Als erstes muss, aufbauend auf das vorherige Kapitel, das Ziel definiert werden. Was soll das Tool genau können und wer ist die Zielgruppe? Dann muss geklärt werden, auf welche Hardware- und Software-Komponenten zurückgegriffen wird. Diese Fragen werden einerseits durch Recherche und Versuche, andererseits durch ein Experten-Interview mit Mag. Emanuel Andel, Sara De Santis und Klaus Obermaier geklärt. Nun werden die einzelnen Komponenten beschrieben und deren Verwendung begründet. Die Programmierung erfolgt
in der visuellen Sprache vvvv. Der Prozess beginnt mit der Kalibrierung von Input- und Outputgeräten. Dies ist der Punkt, der das spätere, automatisierte Mapping ermöglicht. Dann werden die einzelnen Module erstellt. Über ein übersichtliches Interface, können die Module dann mit Inhalten versehen und verknüpft werden. Der Fokus liegt neben einer großen Vielfalt der Anwendungsmöglichkeiten und Erweiterbarkeit hauptsächlich auf der Einfachheit in der Verwendung. Der letzte Teil widmet sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema Bodymapping unter Verwendung des zuvor entwickelten Tools. Verschiedene Ästhetiken, welche sich aus dem ersten Teil der Arbeit ergeben werden umgesetzt. Die Vorgangsweise ist ein freies, künstlerisches Experimentieren. Durch diesen Prozess soll das künstlerische Potential des Konzepts Bodymapping evaluiert werden. Schlussendlich folgt ein Fazit, welches die Beantwortung der Forschungsfragen noch einmal zusammengefasst wiedergibt und ein Ausblick.

Description (eng): If you wanted to classify bodymapping in a historic art context, there could be many problems. There are many different techniques and trends in art, and concepts also play a role. Even though the majority of the time bodymapping happens in connection with a performance, there are other art-forms like art-installations, videos or photography using this technique. Since the content is usually created in a procedural fashion, generative art is also connected to it. But to really understand how bodymapping functions as an art-form, you have to go back in time much further and analyse the relationship of art and the human body through the history of art.
Many times bodymapping is used as an effect without any deeper meaning. This happens a lot with projection mappings as well. If that happens, the only thing interesting for the audience is the new experience and not the content of the performance. To map a human body in real time a large effort is needed to solve the technical problems. So it makes sense that the content is influenced a lot by the technology. This does not have to be a bad thing, but it makes it very difficult to work freely and experiment because everything takes a lot of time. So the artistic problem, which needs to be worked on in an experimental fashion, has a technical limitation. In order to create an artistic process, the technical functionality has to be set up before the creative work begins. But how can a technical solution of something be created, if you do not know the goal of it? The answer is a modular system, a framework which provides all the basic functions like calibration, signalprocessing, control and rendering, while leaving enough space for artistic work. The first part of the thesis is theoretical. It is about defining and classifying bodymapping in the context of art and its history. Therefore it starts with a research about the interaction of art and the human body through the history of art from the very beginning. After that the thesis looks on performance-art, bodyart and also on digital-art because they also have a special influence on bodymapping. The end of the first part is an analysis of existing bodymapping projects based on the knowledge from the research and finally the definition of bodymapping itself.

Object languages: German

Date: 2016

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Classification: Kunst; Körper

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