Title (deu): Die Unterschiede im Orientierungs- und Navigationsprozess zwischen Blinden und Sehenden in der Hypertext-Umgebung

Author: Hellenpárt, N. (Nikolett)

Description (deu): St. Pölten, FH-Stg. Digitale Medientechnologien, Master Thesis, 2012

Description (deu): Der Sehsinn verschafft uns einen schnellen Überblick über gegebene Situationen und liefert beim ersten Anblick die wichtigsten Informationen über Sachverhalte und Zusammenhänge. Dies gilt gleichermaßen für die physische wie auch für die Hypertext-Umgebung. Blinde müssen hingegen all ihre Restsinne gleichzeitig einsetzen, um sich eine Übersicht zu verschaffen. Das Problem ist hierbei, dass sie dieses Gesamtbild nicht auf einmal erhalten, sondern aus einer Vielzahl unterschiedlicher Teilausschnitten zusammenfügen. Aus diesem fehlenden Überblick können andere mentale Repräsentationen bzw. Handlungsmuster resultieren als bei Sehenden.
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede zwischen Sehenden und Blinden beim Orientierungs- und Navigationsprozess im Hypertext. Im Einzelnen wird untersucht, wie sich Blinde und Sehende im Hypertext orientieren, welche Navigationsstrategien sie anwenden und welche Formen von Desorientierung am häufigsten auftreten.
Der vorliegenden Arbeit liegt die Annahme zugrunde, dass sich Blinde bei der Orientierung auf die angegebene Navigationsstruktur stützten, während sich Sehende vom Inhalt treiben lassen. Darüber hinaus wird angenommen, dass Blinde kürzere Navigationswege zurücklegen als Sehende - allerdings benötigen Blinde mehr Zeit. Gleichzeitig wird davon ausgegangen, dass das Problem der Desorientierung auf Blinde häufiger zutrifft als auf Sehende, wobei strukturelle Desorientierung öfter vorkommt als konzeptuelle.
Die Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Blinde vor allem anhand von Überschriften, Listen und Eingabefeldern orientieren. Sehende stützen sich bei der ersten Orientierung auf die angegebene Navigationsstruktur, danach lassen sie sich aber vom Inhalt treiben. Blinde wählen kürzere Navigationswege, jedoch brauchen sie mehr Zeit, um die gesuchte Information zu erreichen. Das Problem der Desorientierung trifft gleichermaßen auf Blinde wie auch auf Sehende zu. Blinde haben jedoch häufiger das Problem, den inhaltlich-semantischen Zusammenhang zu erfassen.

Description (deu): The sense of vision makes it possible for us to grasp a given situation quickly and provides us with the most important information, the context and facts at first sight. This holds true for our physical surroundings as well as for hyperspace.
Blind people, however, have to use all their remaining senses to get an overview of a certain situation. The problem is that they do not receive an overall picture at once, but they have to put together many different fragments to receive a complete picture. This can result in different cognitive maps and patterns of action compared to sighted people.
This thesis examines the parallels as well as the differences between sighted and blind people when it comes to orientation and navigation in hypertext. To be more precise, it is examined how blind and sighted people orient themselves in hyperspace, which navigation strategies they apply and which forms of disorientation most frequently occur.
The paper is based on the assumption that blind people trust in and follow the given navigation structure, whereas sighted people are driven by the content. Moreover, it is assumed that the navigation paths of blind people are shorter, however, they need more time. It is also believed that the problem of disorientation occurs more frequently with blind people than with sighted ones. In this context topographical disorientation seems to be a more frequent problem than semantical disorientation.
Research has shown that blind people manly orient themselves using headlines, lists and input fields. Sighted people only rely on the suggested navigation structure for initial orientation, but are then driven by the content. Blind people choose shorter navigation paths, nevertheless they need more time to receive the wanted information. The problem of disorientation affects sighted and blind people equally. Blind people, however, more often have to face the problem of grasping the content and context.

Object languages: German

Date: 2012

Rights: © All rights reserved

Classification: Navigieren; Hypertext; Blinder

Permanent Identifier