Titel (deu): Die Entwicklung der österreichischen Privatradios unter Berücksichtigung der ökonomischen Rahmenbedingungen

Autor: Pohl, L. (Lukas)

Beschreibung (deu): St.Pölten, FH-StG für Telekommunikation und Medien, Dipl.-Arb., 2001

Beschreibung (deu): Es hat Jahre gedauert, bis es am 1. April 1998 zur flächendeckenden Einführung von Privatradio in Österreich kam. Seit damals, aber auch schon davor, hat sich in der österreichischen Medienlandschaft in Sachen Privatradio einiges getan.
Am 19. November 1985, als zwischen dem ORF und dem VÖZ ein erster „elektronsicher Grundkonsens“ geschlossen wurde, begann der lange rundfunkpolitische Marsch1, aber erst am 1. April 1994, nach Jahren der Diskussion und zahlreichen Verhandlungen, trat das erste Regionalradiogesetz Österreichs in Kraft. Insgesamt 154 Antragsteller bewarben sich damals um 10 Lizenzen, die fünf Monate nach der Vergabe wertlos waren, da Teile des RRG wegen Verfassungswidrigkeit wieder aufgehoben wurden. Ausnahmen gab es nur in Salzburg und der Steiermark.
Es vergingen weitere 2 Jahre, bis der Nationalrat am 20. März 1997 die Novelle zum Regionalradiogesetz verabschiedete und somit den Weg für einen neuen Start der Lizenzverfahren für Privatradio in Österreich frei machte. Dies-mal wurden insgesamt 8 regionale und 45 lokale Lizenzen ausgeschrieben. Anfang Dezember 1997 wurde von der Regional- und Kabelrundfunkbehörde die Zuteilung der Lizenzen bekannt gegeben und von 53 avisierten Stationen gingen die ersten 16 am 1. April 1998 on air.
Im Juli 2000 gab es dann einen weiteren Rückschlag für die österreichischen Privatradios, denn der Verfassungsgerichtshof erklärte den §13 des Regional-radiogesetzes für verfassungswidrig. In weiterer Folge kam es Ende Dezember 2000 zur Neuausschreibung von insgesamt 23 Radiolizenzen. Am 1. April 2001 trat dann das neue Privatradiogesetz in Kraft und gleichzeitig kam es auch zur Übernahme der Agenden der Privatrundfunkbehörde sowie der Kommission zur Wahrung des Regionalradiogesetzes durch die „Kommunikationsbehörde Austria (KommAustria)“, deren Aufgabe es auch ist, in Zukunft über die Vergabe von Lizenzen zu entscheiden.
Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Arbeit ist die Reichweitenentwicklungen der Privatradios im Vergleich zu denen des ORF. Dabei fällt auf, dass vor allem Ö3, der deklarierte Hauptkonkurrent der meisten Privatradios, seit der flächendeckenden Einführung von Privatradio in Österreich seine Spitzenposition behaupten konnte. Österreichweit gesehen hat Ö3 heute mehr Marktanteil als alle 54 Privaten zusammengerechnet und auch mehr Hörer als zu Zeiten, in denen es keinen einzigen privaten Mitbewerber in Österreich gab. Bei den Privatradios gab es über die Jahre hinweg ein auf und ab, zu den „konstanten“ Gewinnern zählen aber vor allem 88.6 Der Musiksender und Österreichs „ältestes“ Privatradio, die Antenne Steiermark.
Auch der Werbemarkt Österreich und die Rolle der Privatradios in diesem werden in dieser Arbeit ein wenig näher unter die Lupe genommen. Was den Hörfunk betrifft, so konnte im Jahr 2000 mit einem Werbeaufwand von 2,17 Mrd. Schilling eine Wachstumsrate von 4,5 Prozent erzielt werden. Auf den Hörfunk des ORF (Ö3, Ö2 und Radio Wien) entfielen dabei 1,55 Mrd. Schil-ling, was einer Wachstumsrate von 0,8 Prozent entspricht, auf die von der MEDIA Focus Research GesmbH erhobenen Privatsender (RMS, Antenne Mix 102,5, Antenne Steiermark, RPN, 88.6 Der Musiksender, Radio Energy, 107.5 Der Musiksender) entfielen insgesamt 613 Mio. Schilling, was einer Wachstumsrate von 14,6 Prozent entspricht. Neben dem ORF sind also auch schon die österreichischen Privatradios ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor ge-worden. Radio ist das „schnellste“ Medium und diese Dynamik spiegelt sich auch in den aktuellen Veränderungen der österreichischen Privatradiolandschaft wieder. Nach über drei mehr oder weniger erfolgreichen Jahren am heimischen Markt, will man nun mit Synergien und Kooperationen gemeinsam gegen den ORF „ankämpfen“.
Die österreichische Privatradiolandschaft befindet sich also abermals im Umbruch.

Beschreibung (eng): In the last few years, since private radio started exhaustive in Austria, many things have happened. In 1985, when the Austrian Broadcasting Company which is under public law and the Austrian newspaper publishers signed a con-tract called the “electronic consensus” the long story about private radio be-gan.
In 1995, after more than ten years of discussion the first two private Austrian radio station started with their radio operations. In December 1997 the gov-ernment gave licences to 53 other radio stations and some of them started in April 1998, the others a few weeks later. In July 2000 the constitutional court found out that §13 of the so called regional-radio-law is unconstitutional and so 23 radio stations lost their licences. On 1st of April 2001 a new private-radio-law came into effect and simultaneous a media authority was founded. The first job of this media authority will be the allocation of the 23 licences.
Another very important aspect of this dissertation is the development of the range of the private stations in comparison to the range of the Austrian Broadcasting Company. Since private radio started exhaustive in 1998, Hitra-dio Ö3, which is a very successful mainstream radio station and which belongs to the Austrian Broadcasting Company, could extend its range and has now more listeners than in times when there was not a single private radio station.
Although the Austrian Broadcasting Company is so successful the economic situation of private radio stations in Austria is not so bad. In the 2000 they had an advertising revenue of more than ATS 613 million which corresponds to a growth rate of 14,6 percent.
Since the new private-radio-law came into affect many things happened. Now some radio stations try work together against the power of the Austrian Broadcasting Company. The private Austrian media landscape is now going through a time of upheaval again.

Sprache des Objekts: Deutsch

Datum: 2001

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